Jugend Team
Moritz Seibold
Silke Seibold
Jugendturntag
Herzliche Einladung zum Jugendturntag
am Samstag, 21. November 2026, um 10:00 Uhr, Gschwend
Einladung hier
Jugendturntag 2025
Ganztagsbetreuung – mit den Vereinen aber auf Augenhöhe
Weissach im Tal. Beim Jugendturntag des Turngaus Rems-Murr am 15. November drehte sich dieses Mal alles um das Thema Ganztagesbetreuung. Der Rechtsanspruch auf eine solche wird bereits im kommenden Schuljahr für Erstklässler:innen in Kraft treten. Damit es bei der Einbindung von Vereinen zu einer Kommunikation auf Augenhöhe kommen kann, gab der STB-Geschäftsbereichsleiter Kinder, Jugend, und Freizeitsport, Stephan Scheel, den anwesenden Vereinsvertreter:innen der Turnjugend einige wichtige Impulse an die Hand.
Insgesamt 53 Teilnehmer:innen aus 29 Vereinen waren der Einladung zum Jugendturntag gefolgt und nahmen am Austausch teil. Ganz besonders freute sich der Turngau über die Grußworte des ersten stellvertretenden Bürgermeisters Jörg Schaal, des Vorstands der SG Weissach im Tal, Steffen Reitz, des Präsidenten des Sportkreises, Reinhold Sczuka, sowie des Schulamtsdirektors Roland Jeck, die allesamt die Bedeutung der Jugendarbeit im Sport betonten und die zunehmende Relevanz der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen unterstrichen.
Nicht alles ist mit Ehrenamt möglich
Im Hauptvortrag machte Diplom-Sportwissenschaftler Stephan Scheel deutlich: die klassische Ganztagsschule und kommunale Betreuungsangebote unterscheiden sich strukturell stark – nicht alles könne oder sollte durch Ehrenamt aufgefangen werden. Der Anspruch dürfe nicht sein, Kinder irgendwie zu bespaßen, sondern ihnen eine gesunde und gut abgestimmte Förderung zu bieten. Um wöchentliche Betreuungsangebote verlässlich zu organisieren, seien oft hauptamtliche Lösungen notwendig. Für wen das nicht möglich sei, der solle eher darüber nachdenken, sich über schuljahresbegleitende Angebote wie Projekt- oder Aktionstage einzubringen. Auch Ferienangebote seien eine gute Möglichkeit für Vereine, Kommunen bei der Erfüllung der Betreuungspflicht zu unterstützen. Ein solches Angebot lasse sich im ehrenamtlichen Kontext besser planen und darüber hinaus auch als Werbemaßnahme für die Vereine selbst nutzen.
Doppelangebote vermeiden
Der wohl stärkste Appell von Stephan Scheel an die Vereine war, Doppelstrukturen mit der bestehenden Jugendarbeit zu vermeiden. Es sei wenig sinnvoll, ein Fußball-Angebot in die Nachmittagsbetreuung einzubinden, da dies die Kinder davon abhalte, in den Fußball-Verein einzutreten. Er empfahl stattdessen, Bewegungsangebote zu entwerfen, die den Schulalltag der Kinder ergänzen und ihnen gezielt dabei helfen, sich wieder besser konzentrieren zu können. Auf diese Weise könnten sich Schule und Verein gegenseitig stärken – auf Augenhöhe.
Der Jugendturntag zeigte deutlich: Nur wenn Schule, Kommune und Verein an einem Strang ziehen, kann Ganztagsbetreuung wirklich gelingen und Kindern der Raum gegeben werden, den sie für Bewegung, Entwicklung und Gemeinschaft brauchen.
Referenten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Jugend) Silke Seibold und Moritz Seibold






Jugendturntag 2024 in Hegnach: Vereinsarbeit im Fokus
Am 16. November 2024 fand im Vereinstreff in Hegnach der Jugendturntag des Turngaus Rems-Murr statt. Trotz einer Krankheitswelle konnte sich Präsidentin Gislind Gruber-Seibold über eine hohe Teilnehmerzahl freuen. Sie eröffnete die Veranstaltung mit einem Dank für das arbeitsreiche Jahr und betonte die Wichtigkeit der über 50-jährigen Zusammenarbeit der Vereine. Zu diesem Zweck gab es einen Einblick in die Arbeit der Turngau Jugend vor 50 Jahren in Form eines Zeitungsartikels aus der Gründerzeit des Turngaus. Auf dem Bild waren unter anderem die heutigen Ehrenmitglieder Dieter Brecht und Erich Wegscheider zu sehen.
In ihrem Grußwort hob Petra Häffner MdL, sportpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, die Vorbildfunktion des Schutzkonzepts für Vereine hervor, das im Rahmen der Veranstaltung von Katja Gassner vorgestellt wurde. Sie lobte auch das Sommerferienprogramm des Turngaus, bei dem sie selbst im kommenden Jahr wieder teilnehmen wird. Reinhold Sczuka, Präsident des Sportkreises Rems-Murr, lobte in seiner Rede die enge Verbindung zwischen Sportkreis und Turngau. Er betonte, wie wichtig es sei, nach den pandemiebedingten Rückgängen im Sportbetrieb vor allem Kinder und Jugendliche wieder zu aktivieren und zu motivieren. Auch die kommunale Perspektive kam nicht zu kurz: Kerstin Muhler, Ortsvorsteherin von Hegnach, unterstrich die Bedeutung der Vereinsarbeit für ihre Gemeinde. Sie wies darauf hin, dass Hegnach bestrebt sei, ausreichend Räume für Vereine bereitzustellen, um die wichtige Vereinsarbeit zu unterstützen. Sabine Hagenmüller-Gehring, leitende Schulamtsdirektorin des Schulamts Backnang, hob die Rolle von Sport und Bewegung im Schulalltag hervor. Besonders nach der Pandemie sei es wichtig, Spiel- und Bewegungsangebote in den Alltag zu integrieren, um den Zusammenhalt zu stärken und psychischen Belastungen entgegenzuwirken. Sie betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen. Simeon Neumann aus dem Vorstand des SV Hegnach zeigte sich erfreut über die positive Entwicklung seines Vereins: Mit 421 Kindern und Jugendlichen zähle die Jugendabteilung mehr als die Hälfte der 800 Mitglieder – ein gutes Zeichen nach Neumann.
Nach den Grußworten berichtete Sibylle Lentini aus der Turngaujugend. Sie ließ einige der Veranstaltungen im Jahr 2024 wie die Bewegungs- und Tobetage Revue passieren. Vizepräsidentin Sabine Ruopp warb um Vereine, die gemeinsam das Kinderturnfest ausrichten. Angesichts knapper personeller Ressourcen in vielen Vereinen schlug sie eine Kooperation mehrerer Vereine vor. Ein zentraler Programmpunkt war der Vortrag von Katja Gassner, die sich mit dem Thema der Prävention von Gewalt in Vereinen auseinandersetzte. Sie schilderte eindringlich die Herausforderungen, die durch den Umgang mit einem Missbrauchsfall in ihrem Heimatverein deutlich wurden. Basierend auf beunruhigenden Zahlen der Safe-Sports-Studie 2016 warb sie für die Erarbeitung eines verbindlichen Leitfadens zur Prävention, der von den Vereinen aktiv mitgestaltet werden sollte. Auf eindrückliche Weise empfahl sie beispielhaft einfach umsetzbare Verhaltenskodizes, die Vereine schon praktizieren.
Nach einer Abwicklung der Regularien – darunter Entlastung und Wahlen – beschloss Präsidentin Gislind Gruber-Seibold die Veranstaltung mit einem Ausblick auf kommende Aktivitäten. Vizepräsident Armin Höttges bedankte sich abschließend beim ausrichtenden Verein in Hegnach und wünschte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gute Heimreise.
Mit deutlichen Botschaften, wertvollen Impulsen und einem Blick auf die Herausforderungen der Vereinsarbeit bot der Jugendturntag 2024 eine wertvolle Plattform für den Austausch und die Weiterentwicklung des Turnens rund um Rems und Murr.
Bericht und Bilder Moritz Seibold










